Es gibt eine bestimmte Art von Platte, die sich eigentlich nur nachts öffnet. Meist gemacht von einer einzigen Person, manchmal zwei, fast immer ganz nah am Mikrofon gesungen. Die Stimme ist klein. Die Worte sind direkt. Ziel ist nicht Aufführung, sondern Anvertrauen.
Sechs Künstler in dieser Linie
- Adrianne Lenker — songs / Bright Future. So nah, wie eine Stimme an einer Gitarre sein kann, ohne sie zu überdecken.
- Phoebe Bridgers — Punisher. Filmisch, stellenweise fast theatralisch, und doch entwaffnend direkt.
- Big Thief — U.F.O.F. Die Band als ein einziger atmender Organismus.
- José González — In Our Nature. Spanische Nylonsaiten in fast klösterlicher Disziplin.
- Iron & Wine — Our Endless Numbered Days. Älter, in seiner Kategorie aber unangetastet.
- Bedouine — Bird Songs of a Killjoy. Folk-Soul mit tiefer Ruhe.
Diese Platten belohnen ein kleines Ritual: das Licht so weit dimmen, dass der Bildschirm des Wiedergabegeräts leicht fehl am Platz wirkt. Den Raum etwas kühler lassen als gewöhnlich. Die Lautstärke einen Strich leiser einstellen, als sich zunächst richtig anfühlt — sie holen den Hörer näher heran, nicht weiter weg.