Winterliche Einsamkeit ist nicht dasselbe wie Einsam-Sein. Sie ist ein bewussterer Zustand — oft gewählt, oft geschützt. Die Musik, die dazu passt, ist meist leise, langsam und leicht aus der Mitte — so, wie ein Zimmer mit einer einzigen Lampe leicht aus der Mitte steht.
Dies ist eine kleine Startliste. Bewusst nicht umfassend. Es geht weniger darum, ein Genre zu kartieren, als eine Temperatur anzudeuten.
Hörempfehlungen
- Nils Frahm — Spaces. Klavier und Atem, nah aufgenommen.
- Ólafur Arnalds — Some Kind of Peace. Streicher, Ambient — und einer der elegantesten Stille-Einsätze der Gegenwartsmusik.
- Agnes Obel — Aventine. Stimme als kleines, präzise beleuchtetes Objekt.
- A Winged Victory for the Sullen — self-titled. Langsames neoklassisches Treiben.
- Goldmund — The Time It Takes. Solo-Klavier, das sich wie ein Fenster in einem kalten Haus anfühlt.
- Hania Rani — Esja. Die Pianistik einer jungen polnischen Komponistin mit ungewöhnlich intimem Ohr.
Kombinieren mit: gedämpftem Licht, keinem Bildschirm, einem ordentlichen Getränk. Die Platten werden nicht mehr verlangen.